Wie werde ich zum Trusted Advisor …

Von Timo am 07. Dezember 2009 um 17:42

… in dem ich aufhöre zu verkaufen. Ertrinkender wird gerettet

Aber ich bin Verkäufer und will Umsatz machen.

Eben.

Eine Diskussion aus einem Solution-Sales-Workshop:
Wie verkaufe ich (m)eine Solution am besten?
In dem die Solution, die Lösung, zum Problem des Kunden passt.
Na das weiss ich auch. Aber wie mache ich das?
In dem ich frage und zuhöre und NICHTS SENDE.
Du hast ein Portfolio – Produkte und/oder Services – das willst Du oder Dein PreSales-Kollege zum Kunden transportieren – Ihr wollt etwas senden – weil Ihr beide ja stolz auf Euer Produkt und Eure Company seid – und Ihr habt ja auch 200 PowerPoint-Slides die zur Anwendung kommen müssen – right?
Right.
Aber bevor Euch beiden nicht glasklar ist, was eigentlich die tatsächlichen Probleme, Challenges und Treiber dieses Menschen in dieser Position oder diesem Projekt sind, ist es Zeitverschwendung für Euch und vor allem für den Entscheider beim Kunden, wenn Ihr ihm etwas sendet.
Du sagst mir also ich soll erst etwas senden, dem Kunden erst dann zeigen was wir haben und wer wir sind, wenn ich genau und im Detail ALLE  seine persönlichen Leidensdrücke verstanden habe.
Right.
Nur mal angenommen ich schaffe das, also ihm erstens diese ganzen Informationen aus dem Kreuz zu leiern (warum sollte er mir das überhaupt sagen) und zweitens, dass ich und mein PreSalesKollege bis dahin NICHTS über uns und unser Portfolio sende – Was tue ich denn, wenn nichts aus meinem Portfolio eines seiner Probleme löst?
Spätestens dann packst Du Deinen Notebook endgültig komplett weg und coached den Kunden durch sinngemäß folgende Fragekette: Verstehe. Und wie werden Sie dieses Problem nun anpacken? Wie genau? Was genau werden Sie tun? Welche Hürden und Hindernisse können auf diesem Weg auftauchen? Wie werden Sie diese meistern? usw. usw.
Und dann.
Dann gehst Du zufrieden nach Hause.
Aber der Kunde kauft nichts.
Er hätte ohnehin nichts gekauft. Weil Du ja keine Lösung für keines seiner Probleme hast. Aber Du warst ihm ein wertvoller Coach. Durch das Gespräch mit Dir hat er möglichweise zum ersten Mal in dieser Tiefe seine Situation verstanden, all seine Challenges klar gesehen und hat mit Dir einige Lösungswege durchgespielt und virtuell erprobt. Du hast ihm nicht die Zeit gestohlen und mit Deinem Portfolio gelangweilt, sondern warst ihm ein wertvoller und vertrauenswürdiger Gesprächspartner, ein angehender Trusted Advisor, und KEIN lästiger Verkäufer, der ihm etwas aufschwatzen wollte.
Und wie mache ich meinen Umsatz mit ihm?
In dem Du diesen Weg konsequent und mit Mut durchziehst, dadurch Vertrauen und Zutrauen aufbaust, er Dich zunehmend als Trusted Advisor zu Rate zieht und DICH SELBSTVERSTÄNDLICH und ohne die typischen Lieferanten-Spielchen beauftragt, wenn ein Element Deines Portfolios eines seiner Probleme löst. Und zwar ohne über den letzten Euro zu verhandeln.
Hmmmhh. Klingt zu einfach.
Eben.
Weiss nicht ob ich mich das traue …

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